No Worries

(Gesamtübersicht gibt es hier.)

 

Und hier kommen die ersten Impressionen von unserem Abenteuer 🙂

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Mitten in den Dolomiten – seit 24 Stunden on the road

 

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Ottokars gebrochene Hinterachse …

 

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… und seine zerfetzte Hardyscheibe, die uns noch einiges an Kopfzerbrechen bereiten sollte

 

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Walter auf der Hebebühne – Maren, Flo und Jogi pfriemeln fest, was locker ist

 

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Endlich: Ottokar bekommt eine passende Hardyscheibe, und die Fahrt kann endlich geräuschärmer weitergehen

 

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Wüstencamp in Jordanien – noch ein Tag bis zum Ziel …

 

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Letztes Teamfoto vor dem Ziel, im landschaftlich umwerfenden Wadi Mujib

 

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Wir habens geschafft: Platz 4 für das beste Team der Welt 🙂

 

(17. bis 21. Mai ist nachgetragen.)

 

24.05.14

Ausschlafen und Frühstück, dabei noch letzte Empfehlungen einholen, Abreise und Autoabgabe mit Sakher und Reisepläne mit anderen Teams besprechen, Filmmaterial mit Nadir austauschen, Wilfried und Nadir für die Hilfe danken, und das alles bis 11 Uhr – voll der Erholungsstress.

Drei Autos à zwei Fahrer = das Team No Worries ist mit Nadirs Cabrio bereit für den Urlaub. Süleyman am Steuer eines geschalteten Chrysler-Cabrios mit Label TÜV Türk – unglaublich, aber wahr. Beim Einfahren auf dem Parkplatz stellt die Besatzung fest: sch… Fronttriebler und diskutiert kurzfristig, den Wagen zu tauschen.

Um 12:30 Uhr gehts vom tiefsten Punkt der Erde bei 32,5 Grad Celsius am Toten Meer entlang nach Aqaba – vorbei an den riesigen Salzfeldern in den ehemaligen Ausläufern des Toten Meeres.

Noch 170 Kilometer bis Aqaba, 35,5 Grad Celsius, und unsere Cabriobesatzung blüht auf. Kurze Erinnerung: Das Gaspedal befindet sich rechts im Fußraum, schleichend vorausfahrende Polizeiwagen werden links überholt, ansonsten gilt: Überall, wo Asphalt ist, kann überholt werden …

Dann will es Süleyman wissen und biegt rechts ab in die Wüste. Nicht mal ein halber Donut ist drin, und die Kutsche versackt im Sand. Ein freundlicher LKW-Fahrer hält an, sucht zusammen, was er an Seilen hat, und wir machen einen langen Strick. Die Knoten halten nicht, aber unser schwäbisches Team, das gerade im richtigen Moment vorbeikommt. Sie haben Spanngurte dabei und ziehen die Jungs mit ihrem Ford Explorer aus dem Dreck.

Der LKW-Fahrer ist zufrieden, fragt aber nach, ob der Fahrer eingeschlafen war – wir sagen mal Ja, weil er das mit dem Donutversuch wahrscheinlich nicht verstanden hätte.

In Aqaba angekommen, kreisen wir das Hotel unserer Wahl langsam ein, parken und mieten uns für zwei Nächte ein. Das Angebot des Rezeptionisten, uns beim Kauf einer Nargile zu Preisen für Jordanier / Nichttouristen zu helfen, klingt gut.

Aber zunächst Futtersuche. Auf dem Weg zum empfohlenen Restaurant gibts trotz Bedenken der Mädels erst mal ein typisch arabisches Eis. Handgerollt, kurz in Pistazien- und Cashewsplittern gewälzt und in die Waffel gedreht – ungewöhnlich, zieht sich wie warmer Käse, ist nicht so süß und schmeckt ganz lecker. Klar, dass danach alle satt sind, oder?
Wir bestellen trotz Eisvorfüllung zu viel, essen nicht auf, damits morgen regnet und weil die Empfehlung des Rezeptionisten doch nicht so gut ist wie erwartet. Nach dem Essen gibts Tee. Sind die Autos kaputt? Tee gibts doch nur zu Werkstattterminen.

Und dann ne Hubbly Bubbly mit Minzgeschmack – „hat er“, sagt der Shishabringschlumpf, als er neben uns steht, und weiss nicht, warum wir alle vor Lachen zusammenbrechen.

Wir scheinen hier an der Posermeile von Aqaba zu sitzen – jede Menge Autos, die aus Sicht der Jungs für die nächste Rallye okay wären, und flanierende Einheimische wie Touristen. Wie sehen eigentlich voll vermummte Frauen auf ihren Passfotos aus? Und wie passt das zum Vermummungsverbot in Deutschland? Kaum hat Uli erklärt, dass es in Deutschland aber auch Religionsfreiheit gibt, beginnt der Muezzin seinen Vortrag. Nach fünf Minuten eine singende Ermahnung. Der zweite Gong scheint hier angebracht, denn alle bewegen sich etwas schneller in Richtung Eingang der Moschee gegenüber. Wie lange muss er eigentlich singen üben, bevor sie ihn ans Mikro lassen?

Die Shisha ist gut – selig, auch ohne Alkohol. Uli erklärt, was um uns herum passiert: Hier gibts die Handgelenkmethode zum Entstauben der Shisha, im Norden die Blastechnik … Gegenüber ist spanisch geflaggt – fürs Real-Atletico-Spiel sollten wir also eine Anlaufstelle gefunden haben, natürlich nur, wenn sie Bier haben.

Vorher müssen wir aber noch unseren Ausflug nach Petra organisieren und etwas Kultur mitnehmen. Auf dem Weg in Richtung Strand schauen wir die Ruinen der ältesten christlichen Kirche an – nachts nicht sehr beeindruckend, also weiter. Im Interconti übernachten die Rallyetouristen, die das komplette Arrangement gebucht haben. An die wollen wir uns morgen dranhängen, um von 1 JD Eintritt als „Rallyejordanier“ zu profitieren (Touristen zahlen 50). Nach Durchwandern des Hotels, Absuchen des Strandes und der Pools werden wir fündig und verabreden uns.

Mit Bier hats hier außer in den Hotels und in gesonderten Liqueur-Shops so seine Beschränkungen – alle sitzen in Cafés und Restaurants mit Nargile und warten auf das Spiel. Wir hocken also auf nem Mäuerchen neben einem Café und schauen mit der ganzen Stadt gemeinsam Fußball.
Uli hat neben dem Hotel einen Barbier gefunden, der ihm seinen Rallyebart abnehmen wird. Dann erscheint das fünf Jahre verjüngte Milchbübchchen zum Fußballschauen und wird gefragt, ob er eigentlich schon Bier trinken darf. Weil der Abend so nett ist, bestehen die anderen nicht auf dem Nachweis.

Der arabische Kommentator wird wahrscheinlich nur eine Halbzeit durchhalten – absolute Begeisterung hört sich also so an. Das Spiel und das Fußballfieber hier in Aqaba sind der Wahnsinn. Wir sind aber doch noch recht k. o. von den letzten Wochen. Nach der ersten Halbzeit geben Christine und Uli auf, Maren verkrümelt sich vor der Verlängerung, aber die Jungs halten durch.

 

23.05.14

Frühstück und dann Anbaden der jordanischen Seite des Toten Meers und professionelle Poolinspektion. Total stressig, so ohne Autos rumzuentspannen. Dann gehts ans Bilder-für-die-Indiegogokarten-Aussuchen und -Drucken, und die ordentlichsten Sachen für den Abend werden zusammengesucht – dank einSTOFFen hats da Auswahl.

Wir sind am tiefsten Punkt der Welt angekommen und am Ziel der Rallye – das Kamel hockt schon vor der Tür.
Der Kronprinz ist angekündigt und wird die ersten drei Preise überreichen. Wir sind gespannt …

Wir No Worries bekommen Silber für den 4. Platz. Die Medaillen sind stilvoll und schwer – wahrscheinlich aus den Motorblocks der Autos vom vorigen Jahr gepresst.

Der Kronprinz gratuliert dem Siegerteam, eröffnet die Party und verschwindet dann ohne großen Abschied. Er ist extra aus den USA vom Studium eingeflogen, um an der Zeremonie teilzunehmen. Großes Aufgebot an Presse und Offiziellen.
Die Jungs treffen den Polizeichef wieder … es werden Häppchen und Kaltgetränke gereicht, und nachdem der Kronprinz gegangen ist, wird sogar der Bierausschank geöffnet.

Der Pool dient als Dekoration für die Party, die Liveguards passen auf, und trotzdem hocken plötzlich Wilfried und Jochen vom OK mit Klamotten im Pool. Sie werden herausgepfiffen und jagen – nass, wie sie sind – OKler und Rallyeteams. Auf die Idee sind wir auch gekommen, allein an der Ausführung hats gehapert. Also hüpft Wilfried in einem von den Rettern unbeobachteten Augenblick noch mal mit Maren in den Pool, und später, als wir schon mit Shisha auf der Terrasse sitzen, wagen noch ca. 30 den gemeinsamen Sprung – vom fröhlichen Trillern der Retter begleitet. Mit Husam rauchen wir Shisha, werten die Rallye aus und schwatzen über Dit und Dat. Ist dann doch wieder spät geworden …

 

22.05.14

Jogi wird gegen 6 Uhr wach, weils kalt im Auto ist. Die anderen finden gegen 7 aus den Kojen. Das Zähneputzen und Autos-Einpacken ist ein großer Spaß – alles ist sandig, und zu hell ists auch, um in Laufdistanz unbeobachtet die morgendlichen Geschäfte erledigen zu können. Andere Teams unternehmen Ausflüge mit den Autos in die Wüste und machen dann noch immer in Blickweite Nacktduschen … Wir sparen uns das für den Besuch an der Tankstelle auf.

Gemäß Roadbook steht der Besuch eines Kinderhilfsprojekts an und das Mauern der Wishwall. Dort angekommen, sind wir nicht wirklich davon überzeugt, dass die Spenden dort ankommen, wo sie gebraucht werden, hoffen aber das Beste. Und die Wishwall sollte doch eigentlich an der ältesten christlichen Kirche entstehen, oder? Meckern bringt aber nichts, denn das OK hat bestimmt viel dafür getan, dass die Spenden unserer Sponsoren und des Teams bei Hilfebedürftigen ankommt. Wir lassen also einen Teil der Spenden da und nehmen den anderen Teil wieder mit, um diese unterwegs direkt zu verteilen oder den jordanischen Kronprinzen bei der Siegerehrung zu bitten, für die Verteilung zu sorgen. Ein „für den Notfall“ in Ottokar aus der Türkei mittransportierter Stein wird kurzum mit dem wiedergefundenen Edding mit „No Worries“ beschriftet und höchstprofessionell an die Wishwall gepappt – das muss reichen.

Zum Mittag gibts Hühnerteile vom Spieß und Tom und Jerry im Fernsehen – faszinierend, wie fesselnd das nach zwei Wochen Fernsehentzug sein kann. Auf der Jagd nach nem Falafeltier waren Uli und Christine ebenfalls erfolgreich – also fröhliches Futtern für alle.

Dank Wilfried fahren wir vom Roadbook abweichend die auf der Karte gelb eingezeichnete Route und sind beeindruckt: Grand Canyon (bzw. Wadi Mujib) in Jordanien und ohne viel Serpentinengegondel – ordentlich steil bergauf, übers Hochland, dann ordentlich steil bergab, über den Staudamm und dann wieder rauf. Walter kann jetzt mit dem Popo wackeln, denn die Vorderachse wird ungesäumt weicher – enge Kurven verleiten zum Drift, die Angst vor Verlust von Achsteilen wächst, und die Räder lassen zumindest Maren vorsichtiger werden.

Zurück nach Amman, Falafelladen suchen, in dem Christine wahrscheinlich am Tag zuvor ihre Handtasche mit allem drum und dran vergessen hat. Jogi heilt den Gesichtsverlust der Walterbesatzung im Drift beim U-Turn auf der Schnellstraße in Amman.

Im zweiten Anlauf finden wir den Laden wieder, und man hat die Tasche gefunden. Innerhalb arabischer fünf Minuten steigt der Preis für die Rückgabe von 10 Dollar pro Nase im Team auf 100 glatt, und der Falafelmann malt uns als Begründung in seinem beschränkten Englisch aus, welche Scherereien uns ohne die Tasche erwarten. Über den Inhalt der Tasche ist er sehr detailliert informiert: kein Geld, aber Pass und Kreditkarten … auf die überreichten 70 will er sich nicht einlassen. Wir zahlen 100 und wünschen ihm Montezumas Rache ohne verfügbares Toilettenpapier an den Hals. Irgendwie sind wir noch nicht im arabischen Raum angekommen: Die haben doch da immer Wasser rumstehen oder so ne Popodusche – außer Rennerei wird der Typ also nichts haben von unserem unfeinen Wunsch. Aber wir leben in der digitalen Welt: Foto auf Facebook. Und wir haben Kontakte – bei Gelegenheit (vielleicht morgen bei der Siegerehrung) eine lobende Erwähnung beim Polizeichef …

Trotz des kleinen Ärgers über den Falafelmann große Erleichterung, und dann gehts auf der Panoramaroute zum Toten Meer – da können wir noch mal dem Zeltplatz auf der israelischen Seite zuwinken. Ist die Pfütze eigentlich größer als der Vierwaldstätter See? Wirkt von oben doch recht klein …
Und dann wieder steil abwärts runter vom Hochland (ca. 700 Meter über dem Meeresspiegel) und durchs Tal ab ans Wasser (wir erinnern uns: ca. 400 Meter unterm Meeresspiegel). Welches Meer ist eigentlich die Messlatte für diese Angaben, und ändern die die Vorgaben, wenn der Meeresspiegel durch Abschmelzen der Polkappen steigt?

Die Viererbesatzung von Ottokar meldet, dass die Kardanwelle noch an Bord ist – sie können es aus dem Fußraum gut beobachten. Also alles roger.

Wir sind da und nehmen die Aufforderung im Roadbook ernst: Versuch, den Staub abzuwaschen und zu entspannen.

Bärchenbier ist der Renner, Uli wird niederdiskutiert und muss die 12 % trinken. So ist das in einer Ehe: Ab sofort wird intensiv geübt – alle Vorurteile lebt das Team mit viel Spaß aus.

 

21.05.14

Die Reparatur an der Tankstelle ist nicht erfolgreich – der gute Mann hat weder Werkzeuge noch eine Idee, was zu tun ist. Er rupft am Kabelbaum herum, entfernt die Isolierung bei diversen Kabeln und schafft es, dass es anfängt zu schmoren. Uli kommt vielleicht doch noch zu seiner Feuerwehrübung – unsere zwei Löscher stehen bereit.

Hussam hilft beim Übersetzen und Preisverhandeln, und Det übernimmt den Fahrdienst zum Geldautomaten. Irgendwann sind die zwei anderen Teams so weit, dass sie mit Polizei und OK in Richtung Camp abfahren. Burhan klärt, dass wir auch einen Polizeiwagen bekommen, der uns zu einem Hotel nach Irbid führt.

Das funktioniert – um 2:30 Uhr liefert uns unsere Eskorte am Hotel ab. Sensationell große Zimmer mit eigenartigem Bad, bis 11 gibts Frühstück, wir können bis 14 Uhr auschecken. Guts Nächtle also und ausschlafen.

Der jordanische 24-Stunden-Service von Mercedes Benz bricht jedoch spätestens um 7:30 Uhr auf, wir beschließen, ab 6:30 Uhr im Schichtdienst Wache im Frühstücksraum zu schieben. Um 7:30 Uhr erscheint die Polizei und fragt nach, wann wir auschecken und zum Camp fahren – wie vermutet, haben wir unsere persönlichen Kindermädchen. Der Polizeichef lässt seine Nummer da und verschwindet nach der Information, dass Auschecken nach der Reparatur von Walter gegen 14 Uhr geplant ist. 7:45 Uhr – vier Jungs erscheinen und stellen sich als Serviceteam für Mercedes-Nutzfahrzeuge vor (eher spezialisiert auf Diesel als auf Benzin). Sie versprechen, nach dem Frühstück zu schauen, ob sie helfen können.

Können sie nicht, da Werkzeuge und Know-how für Personenwagen auf Benzin fehlen. Zwei Optionen bestehen:
1) Ein Techniker kommt aus Amman
2) Wir lassen das Auto nach Amman bringen

Bedeuten würde das jeweils 150 JD plus die Kosten für die Reparatur. Da fällt die Entscheidung für eine Lösung vor Ort leicht. Abschleppen ist für 20 JD zu haben, der Mechaniker will 70 für den Tausch beider Pumpen gegen zwei neue gebrauchte. Auf der Automeile sehen wir die Zukunft unserer Rallyeautos: Ersatzteile in allen Varianten und Farben – Stoßstangen gibts inklusive deutscher Nummernschilder.

Die Polizei findet uns auch hier – wir werden ermahnt, uns nicht ohne Anruf beim Polizeichef vom Fleck zu bewegen. Damit das auch klappt, bleibt ein Polizeiwagen bei uns, während die anderen wieder verschwinden. Maren muss nun in der Nähe der Autos in der Werkstatt bleiben, während Waudl und Christine in einem Teilehandel gegenüber ein kühles Plätzchen angewiesen und jede Menge Kaffee eingeflößt bekommen. Beide Benzinpumpen sind auszuwechseln sowie ein Zylinder und der Luftfilter – erledigt für 120 JD.

Mit Eskorte gehts zurück zum Hotel, die Jungs und Sachen einpacken und dann immer brav hinter den wechselnden polizeilichen Führungsfahrzeugen her kreuz und quer durchs Land. Wir werden von einem zum nächsten Abschnittsbevollmächtigten weitergereicht.

13:45, 33,5 Grad Celsius, vereinzelte Schauer (4–5 Regentropfen pro Auto).
Nach anfänglichem Spaß fangen die Jungs an zu nörgeln, weils ihnen nicht schnell genug geht und sie den Weg allein bestimmen und finden wollen. An einer Roadbook-Station dann endlich die Erlösung für uns und unsere Führer: ein anderes Rallyeteam. Wir bedanken uns artig, und dann gehts mit Vollgas zum Wüstencamp. In Amman gibts zur Freude von Christine endlich Falafelröllchen.

Der Abzweig zum Camp ist durch ein abbiegendes Team markiert. Und dann im Donutland wirbelt Ottokar richtig Staub auf und lernt als 3er-Ersatz Driften. Sensibelchen Walter wird ge- und verschont, darf sich das aus der Donutmitte anschauen und Staub fressen.

Unsere Raiders verpassen die Party: Vortanzen und Singen der Männer, Shisha-Rauchen mit dem Polizeichef erledigen wir für sie mit. Als die No Worries schon von den nächsten Donuts und den Autos fürs nächste Jahr träumen, treffen sie ein – leider um ein Auto reduziert. Um 1:40 Uhr kommt die SMS, dass es jetzt Käsefondue gibt – diese Party verpassen wir dann leider.

 

20.05.14

Beim 3er das Kabel von Luftmassenmesser abgezogen und „Leistung? Hat er!“

Gestartet bei 411 Metern unter dem Meeresspiegel gehts Richtung Jerusalem, und innerhalb von 10 Minuten sind wir bei 140 Metern über 0 bei 24,5 Grad Celsius.

Beeindruckende Fahrt durch die Westbank – keine Probleme an den Checkpoints. Angekommen in Jerusalem, blubbert Ottokar sein Kühlwasser raus und dampft angestrengt. Leine angelegt und Ziehen zur nächsten Tankstelle, abkühlen lassen, Kühlwasser auffüllen, Schattenplätzchen für das Prinzesschen suchen, und dann gehts zu Fuß in die Altstadt. Durch den Basar zur Klagemauer – getrennte Frauen- und Männerbereiche, Pfoten waschen. Die Mädels schreiben Wunschzettel und stecken sie in die Mauerritzen, die Jungs finden das uncool und schauen sich das Schauspiel von oben an. Lahmacun und Falafelröllchen werden auf dem Rückweg in der Altstadt gefuttert, und wie immer sind auch andere Rallyeteams an den authentischen Krippen zu finden.

Bethlehem, Nazareth und Ramallah kommen aufs Programm fürs nächste Mal – wir wollen pünktlich an der Grenze sein. Auf dem Weg zum Sheikh-Hussein-Übergang will Norbert immer wieder Sprit sparen – das Seil bleibt also dran und wird, wenn er vom Haken darf, nur durchs Schiebedach gesteckt.

An der Grenze sind alle fröhlich, freundlich und haben unser Motto „Wenn wir eins haben, dann ist das Zeit“ übernommen. Die arabische Sortiermethodik für die Autopapiere (kleine Haufen neben dem Zollhäuschen) kommt in Kombination mit der Wartezeit nicht bei allen Teams gut an. Aber im Duty Free auf der jordanischen Seite wird kaltes Bier gesichtet – für deutsche und österreichische Teams bedeutet das Entspannung.

Kaum ist die Grenze überfahren, will Norbert nun endgültig nicht mehr. Das bedeutet Trennung noch im Zollbereich, um Kosten und Scherereien zu vermeiden. Schweren Herzens räumen wir unser „schwarzes Loch“ aus – den großen Haufen sortieren wir auf dem Parkplatz auseinander. Den Kuscheltiertransport übernimmt Team 80, Ottokar wird mit dem Gepäck und unserem traurigen 3er-Team beladen.

Um 20:00 Uhr fahren wir – um ein Auto erleichtert – in Gruppen in Richtung Wüstencamp. An der ersten Abzweigung staut sich der Tross, und Norbert fährt auf einem Abschleppwagen an uns vorbei – er kanns nicht lassen. Trauriges Winken, und wieder gehts ab in die Berge. Plötzlich kann Walter nicht mehr – und das am Hang. Vermutlich Probleme mit der Benzinzufuhr – setzt er jetzt die Tradition von Norbert fort?

Am Seil hängt er an Ottokar und sorgt für Überhitzung, denn es geht weiter bergauf. In Irbid reißt dann auch noch das Seil und haut Walter aufs rechte Auge. Birne ist heil, aber Glas ist raus – das blaue Auge also nicht wirklich schlimm für Walter, jedoch anstrengend für uns. Die Polizei trifft als Geleitschutz ein, die jordanischen Jugendlichen sind aber nicht wirklich beeindruckt. Neue Schlaufe knüpfen und weiter rumzuckeln. Viele Teams ziehen vorbei und bieten Hilfe an – danke, das ist klasse und baut auf.

Nach gefühlt endlosen Kilometern kommt endlich die angekündigte Tankstelle. Der Tankwart ruft einen Mechaniker, und der gibt alles.

 

19.05.14

Chinesenrallye durch Israel, inklusive Kolonnenfahren durch israelisches Militärsperrgebiet und Camp direkt am Toten Meer. Leider muss Norbert immer öfter abgeschleppt werden, das Ziel bleibt: selbstständig über die jordanische Grenze zuppeln.

 

18.05.14

Die Jungs sind gegen 1:30 Uhr im Hotel angekommen, entern wie eine Herde kleiner Elefanten ihre Zimmer, treffen sich auf ein paar Gute-Nacht-Bier in der Waudl-Jogi-Schnarchburg und quatschen bis in den Morgen. Christine stößt zwecks Flugangstbekämpfung zu ihnen. Uli wird durch das Gequassel und geräuschvolle Toilettengänge wach gehalten, ist aber als Erster beim Frühstück. Mit Reto bereiten wir Stevens Geburtstagsfrühstück vor und dürfen mitfeiern. Beim Anbaden des Hotelpools und Ausprobieren der Rutschen sind wir leider nicht dabei: müssen nachsitzen wegen nicht erledigter Hausaufgaben – Zusammensuchen und Ausdrucken der Roadbook-Fotos (es bleibt jedoch nur beim Versuch …).
Beim Wasser-an-die-Rutsche-Legen erweist sich der Schlauch als zu kurz und reißt – wer hats kaputt gemacht? Zur Vermeidung weiterer Schäden nimmt das Hotel die gesamte Anlage in Betrieb, und der große Rallyebadespass kann beginnen – wer hats erfunden? Beweisfotos der sechs großen Kinder sind gesichert.

6 Taxis sind für die Tour zum Atatürkpark bestellt, eines kommt. Aber ein Minibüs (Ford Transit) nähert sich auf der gegenüberliegenden Fahrbahn und stoppt auf fröhliches Winken hin sofort. Die Truppe hoppelt über die Straße, der Chauffeur lädt das Gepäck ein, und wir verteilen uns mit 12 Mann über 6 Restplätze – zwei Raiders wollen dann doch nicht mit, und wieder gilt: Wenn wir eines haben, dann ist das Platz …
Reto gibt den Alleinunterhalter für mitreisende Kinder und pustet Luftballons auf, einer explodiert gleich – Kind und restliche Besatzung erschrecken, Christine quietscht und schaut verschreckt.

Auswertung der aktuellen Situation und des Vortags:
– Christine hat für jede Situation ein spezielles Gesicht und ein Geräusch, Kardan-kaputt-Look war neu – designt in der Türkei.
– „Wir haben euch vermisst!“ – „Wir euch auch, aber erst, als wir Hunger bekommen haben …“
– Bier hat er, Wasser hat er, Auto hat er, das ist aber gefühlt auf dem Weg nach Afrika.

Angekommen am Atatürkdenkmal, bietet der erste Baum ausreichend Schatten, und wir lassen uns nieder. Christines von Mama selbstgestrickte Socken sind der perfekte Blick- und Biererwärmungsschutz. Die Sockenfüllung hat Waudl im Rucksack dabei, und bald kreisen die Socken. Die Idee wird kopiert, und auch andere Teams finden ansatzweise saubere Trinksocken. Der erste Bus erscheint, und wie beim Borden fürs Fliegen wollen alle zuerst einsteigen, unsere Schweizer Freunde sind ganz vorn mit dabei. Der Bus wartet. Der zweite erscheint. Nach Team Nö Wörries’ Berechnung brauchts mindestens 3 Busse. Nadir vom OK wurde aber nach Beladung des dritten Busses noch im Café gesichtet. Wir beschließen, auf den letzten Bus zu warten. Die Busse 1–3 fahren also irgendwann gemeinsam und ohne uns ab.

Aus Sicht von Waudl und Flö hats genügend Zeit zum Eisschlecken, denn wenn wir eines haben, ist das Zeit. Die Eissortendiskussion der 3er-Besatzung schlägt alles, was uns unsere Raiders vorgelebt haben: Ich will einen Flütschfinger oder Bümbüm, Bümbüm ist besser – das hat einen Kaugummistil … (die Ausdrücke in Jugendsprache wurden in vorstehendem Text für die Allgemeinheit verständlich übersetzt, die Witze werden gesondert veröffentlicht). Da Waudl das türkische Restgeld des Teams verwaltet, passiert dann mal nichts außer der Idee, dass es am Flughafen bestimmt auch Eis gibt.

Nadir als unser buseigener OKler telefoniert und schaut ab und an in die Richtung, aus der der letzte Bus nahen sollte. Pipipause ist aber noch genehmigt. Danach ist noch immer kein Bus in Sicht, also beschließt das Team unter Führung von Kassenwart Waudl, Eis essen zu gehen, Flö und Ülü werden zur Bewachung des Gepäcks abgestellt. Keine zwei Minuten nach Abgang der Eissucher erscheint der Bus. Also hurtig mit Eis und Gepäck in den Bus. Bei Auffahrt auf die Autobahn erste Bedenken wegen der Regelkonformität, und einige Teams überlegen, ihre Livetracker auszuschalten. Ist das eigentlich ein Rallyebus?

Um 16:00 Uhr erste Sonderaufgabe: Pinkelpause auf der Autobahn und Reparaturstop. Das Efes hilft beim ersten Teil, und mindestens 20 fachkundige In-den-Motor-Gucker finden sich hinter dem Bus ein. (Auch wenn Keilriementeile hinterm Bus herumliegen, ist der überwiegende Tipp „das riecht nach Kupplung“.) Es wird festgestellt, dass keines der drei Mädels im Bus Nylonstrumpfhosen als Keilriemenersatz dabei hat. Keine 10 Minuten später ist aber der Reparaturserice da, und viele wollen ihre ADAC-Mitgliedschaft kündigen. Die Hoffnung bleibt, dass im Flieger keine Mercedes-Teile verbaut sind.

Nach Reparatur und Auffüllen von Kühlwasser trägt einer der drei Servicejungs einen Arm voll Keilriemen zum Bus. Die nächsten Pinkelstopps scheinen in Planung – trotz des Applauses, als es weitergeht.

Zündaussetzer zeugen von der entspannten türkischen Grundeinstellung des Motors – die Hälfte der Zylinder arbeitet, der Rest ruht sich aus. Wie bei uns im Team: Die Mädels sind wach, und die Jungs pennen.

Flughafen genau rechtzeitig erreicht, durchgewunken zum Check-in und ohne Stress bis zum Flieger.

25 ist die Teamreihe, 31 war nicht drin im A320, mitsamt der Sitzreihe 13 ist bei 30 Schluss.

Neben Mobiltelefonen sollen im Flieger auch elektronische Spielzeuge, Walkie-Talkis etc. ausgeschaltet werden – nichts für Kinder, dieser Flug. Anmerkungen wie „da ist der Benz aber schneller, gleich werden wir von nem 280er überholt, du musst am Hebel ziehen“ nimmt sich der Pilot zu Herzen. Jogi am Mittelgang vermutet, dass wir bergauf fahren, weil die Ohren knacken, Waudl checkt die Reisegeschwindigkeit, bemängelt, dass die Kiste nicht richtig zieht, und beobachtet den Schiffsverkehr – vielleicht reichts ja wenigstens, um die Fähre zu überholen.
Die berechnete Flugzeit von 2 Stunden 10 Minuten legt nahe, dass wir den Autos nach Afrika folgen.

Waudl sichtet Zypern und kann sogar Christine locken, sich von ihrem Sitz zu erheben. Jogi am Gang verhindert die Sicht, und Waudl meint, sie könne sich das auch auf dem Bildschirm ansehen – perfekte Umsetzung der von den Schweizern gelernten Einstellung zu elektronischen Medien und ihrem Einsatz auf diesem Trip.

Knapp nach dem Start sind wir schon da – 19:45 Uhr Ortszeit Tel Aviv. Christine hat ihren ersten Flug nach dem Flugangstseminar gut überstanden.

Im Bus erste Informationen zum Programm: Wir werden eine freie Nacht in Haifa haben. Da die Fähre später ankommt als geplant, ist das offizielle Programm für heute gecancelt. Morgen früh soll dann das Schiff entladen werden. Auf der Facebookseite der Rallye werden Hotels, die Abfahrtspunkte und -zeiten veröffentlicht – skandalös und ein fröhliches Willkommen in den Zeiten des Internets.

Mit Stevens HRS-App reservieren wir eines der auf dem Facebook-Ersatzzettel angegebenen Hotels. Die Zimmerverteilung soll heute im Losverfahren erfolgen.

Wir sind schon wieder auf einer Autobahn, und der Bus ist definitiv zu neu, um als rallyekonform durchzugehen.

Auf der Amüsiermeile von Haifa werden wir samt Gepäck ausgesetzt, entern das nächste Lokal, und endlich gibts was zu essen. Wir sind wieder zu zwölft, und als Nachtisch bestellen die Raiders zwei Nargile mit Hausmischung.

 

17.05.14

Der ganze Tag geht für die Fährverladung drauf.

 

16.05.14

8:30 Uhr: 4-Sterne Frühstück – alle quasi ausgeschlafen und fröhlich.

Dann noch mal zu Shell – Walter hat eine wahrnehmbare Menge Sprit verloren. Das schlaue Team tankt nach, und dann auf zur 3er-Besichtigung. Der steht vereinbarungsgemäß fertig da und springt sofort an – wir finden, 200 TL ist ein akzeptabler Preis für die Pumpe und die Arbeit. Für Ottokar zahlen wir 600, und jetzt der Showdown: Walter soll Bauch zeigen und wird angehoben. Vor Angst pieselt er gleich wieder. Volltanken hat sich gelohnt – mehr Arbeit beim Ablassen. Die Werkstattjungs schleppen Kanister um Kanister weg. Recep, unser Münchner Telefonjoker, hilft via Handy beim Simultanübersetzen. Zwei Stunden sollen Ausbau, Schweißen und Einbau dauern, und 200 solls kosten. Wenn wir eines haben, dann ist es schließlich Zeit, und Werkstatttee wird regelmäßig nachgeschenkt – also alles im grünen Bereich. Ölwannenreparatur bei Norbert – mit Draht fachgerecht ausgeführt von Jogi und Flo, Maren assistiert.

Flo (neuer Beiname: 00 Schneider) verschwindet mit dem Werkstattmeister. Die Folge beim Rest vom Team: Kopfkino, dumme Sprüche und recht schnell wieder neue philosophische Themen wie die Zukunft der Reizübertragung, Bionic Engineering und ob wir das Getriebeöl kontrollieren müssen. Flo kehrt zurück und hat einen neuen Freund auf Facebook … Uli wird die Entspannung zu blöd, und er bekommt als Tagesaufgabe „Such den Tankschweißer!“.

Christine ist kurz vorm Expertenstatus – Ölstandsmessung mit angemessenem Einsauen funktioniert fehlerfrei. Jetzt hat der Waudl auch nen neuen Freund auf Facebook, und Flo und Uli haben die Sonderaufgabe gelöst: Tank wird dem Zug der zufrieden Grinsenden vorangetragen.

13 Uhr: Tank drin, Benzin wieder rein und … er tropft schon wieder – der Dichtetest war wohl doch nicht aussagekräftig. Abbruch des Tankvorgangs, Identifizierung des Lochs, Benzin und Tank wieder raus. Um für später Zeit rauszuholen und weil wir so viel Tee nicht trinken können, gehts Köfte und Lahmacun fassen.

Versuch der Erklärung zum Status (beringt oder unberingt), zur Anzahl der Kinder, Job … Fahri ist verheiratet, hat zwei Kinder und ist Barbier, Uli ist Hacker bei Google und wird Christine heiraten, was Christine macht, versteht er nicht, und nach dieser Erfahrung wird Maren gar nicht erst gefragt. Essen ist – wie schon gewohnt – lecker und reichlich, danach wollen die Jungs aufbrechen, aber ein Tee muss sein.
Von Fahri gelernte Verfahrensweise zur Teetrinkvorbereitung: 1. Zucker rein, 2. Würfel zerstoßen, 3. rühren, 4. den sich in der Mitte sammelnden Schaum abschöpfen und in die Untertasse klopfen. Für die Mädels gelten nur die Punkte 1 bis 3, denn Flo bestimmt: Schaum gibt Busen, der Schaum bleibt also drin. Alles klar, oder?

Zurück in der Werkstatt, ist der Tank wieder auf dem Weg. Jogi hat das Vorgehen der Abdichtung geprüft und für gut befunden (Weichlöten ist richtig). Vorher wurde hart und an der falschen Stelle gelötet – nicht die Naht, sondern ein Steinschlag an der Krümmung war zu reparieren.

2. Versuch: Tank ist drin, Benzinkanister werden herbeigeschleppt, mit dem Mund wird angesaug und rein damit. Alternative für den Fall, dass Versuch Nr. 2 scheitert, ist besprochen: Sugru drauf, Fahrradschlauch drüber und Vollgasreparatur (viel Gas geben hilft viel). Aber Flo hat die Dichteprüfung qualitätsgesichert, und kein Tropfen fällt. Sachen wieder rein, alle noch nen Abstecher in die Keramikabteilung, und um 15 Uhr sind wir startklar.

Die Tankanzeige hat die neue Werkstatt unseres Vertrauens vorsichtshalber nicht wieder angeschlossen – macht nichts, tanken wir halt immer, wenn Ottokar tankt. Nachdem wir Fahri abgesetzt haben, fängt Ottokar wieder an zu klappern. Rauf auf den nächsten Parkplatz, Handtuch schnappen und drunterlegen, reihum Probe fahren. Resultat: weiterfahren, und die Werkstatt hat getan, was sie konnte, doch das ist eben nicht genug für unsere kleinen Sensibelchen. Norbert bekommt zu wenig Sprit und hat dadurch weniger Leistung, und Ottokar klappert entweder an der Kardanwelle oder an einer Achse. Christine steigt um in den 3er, Waudl übernimmt Ottokar, Uli versucht, sich als sein Beifahrer an die Geräusche zu gewöhnen und die weniger klapprigen Geschwindigkeiten zu identifizieren (ab 70/80 km/h beginnt die Wohlfühlgeschwindigkeit; bei 30/40 km/h wirds laut). Norbert musste wohl nur die Luftblasen aus dem Tank pupsen – jetzt läuft er besser.

Außentemperatur 32 Grad Celsius – wie immer will man das, was man nicht hat: kühle Bergluft.

Ottokar klappert und schleift laut vor sich hin – Vertrauen in die Haltbarkeit der Lösung kommt dabei nicht auf. Christine will wieder in den klimatisierten Ottokar, Uli meint aber, dass sie in dem aktuellen geräusch- und vibrationstechnischen Zustand keine zehn Meter mitfahren würde, also weiter.

In Siverek ist die Automeile nicht so gut ausgestattet, deshalb werden wir dank Receps Übersetzung schnell nach Sanliurfa weitergeschickt. Die sollen einen Automeile mit Händlern von Teilen aller gängigen Marken haben. Norbert bildet die Vorhut, und Walter schleicht mit 90 hinter Ottokar her (für den Fall, dass abgeschleppt werden muss). Hardyscheibe heißt übrigens auf Türkisch Hardy Disk.

An der Tankstelle dann kurzer Atemstillstand bei Maren: Neben Walters rechtem Hinterrad ist ne Pfütze. Der Tankwart entschuldigt sich, dass er geplempert hat, und die Hyperventilation wird wieder abgestellt.

Durch zwei kleine Schauer kühlt es für ein paar Meter auf 27 Grad Celsius ab, und die Frontscheibe wird wieder sauberer.

18:30 Uhr: Ankunft für die zwei Benze in Sanliurfa. 32 Grad Celsius. Für Ottokar ist „klapprige Kiste“ noch stark untertrieben. Die Hinterachse sieht gut aus, aber die Geräusche machen taub. Selbst die Türken drehen sich um, und die sollten so einiges gewohnt sein. In Sanliurfa am hohen Haus mit der Glasfassade rechts ab. Waudl und Uli bezweifeln mittlerweile, dass Ottokar die nächsten 10 km noch schafft. Der scheppert aber ganz brav noch auf den eigenen vier Rädern bis zum Händler und weiter zur Werkstatt. Hochziehen und Schaden besehen: Gummi vom Kardanmittellager ist weg, dadurch Auflösungserscheinungen an der selbstgebauten Hardyscheibe und Schlagen der Kardanwelle im Kardantunnel an das Hitzeschutzblech …

Im zweiten Anlauf ist die passende Hardyscheibe gefunden und wird verbaut. Die Alternative: Umsteigen auf den Heizerfiat der Schrauber wird also nicht ausverhandelt. Die beiden getunten Autos werden hinsichtlich Aussehen und Geräusch aber angemessen bestaunt, Fotos geschossen und neue Freundschaften auf Facebook geschlossen. Die Stimmung ist gut, und die Anspannung lässt auch spürbar nach, denn um 20:10 Uhr schnurrt Ottokar wieder wie ein Kätzchen, Norbert lässt sich ebenfalls überreden, anzuspringen, und nun gehts endlich ernsthaft ab in Richtung Osmaniye.

Außentemperatur 25,5 Grad Celsius. Der 3er fühlt sich bei sinkenden Temperaturen wieder wohler – ist doch keine Zicke, sondern nur anspruchsvoll, wie Christine und Flo per Funk ausdiskutieren.

Die Verteilung des dritten Roadbooks, die Chinesenrallye und die Aufgaben haben wir verpasst. Die Camelraiders auch. Die sind aber schon in Osmaniye, halten Augen und Ohren offen und versorgen uns mit den neuesten Informationen – wir werden sehen, obs noch zu einer gemeinsamen Nargile (so heißt die Wasserpfeife hier) reicht.

Nach dem kümmerlichen Tigris gestern überqueren wir heute um 20:45 Uhr einen gut wahrnehmbaren Euphrat mit Fontäne und Vergnügungsmeile.

22:00 Uhr: Party in Osmaniye ist gelaufen. Die Abfahrtszeiten haben uns die Camelraiders durchgegeben. Im Budget liegende Zimmer sind in Iskenderun nicht mehr im Internet zu reservieren. Die Camelraiders reservieren für sich und uns Zimmer für zwei Nächte 8 km außerhalb. Schlafen ist also gesichert. Noch ca. 120 km bis zum Etappenziel.

Um 0:30 Uhr sind wir da, checken ein und stellen beim Gute-Nacht-Bier fest, dass die Autos jetzt fein laufen. Aufstehen ist für 8 und Frühstück für 9 Uhr angesetzt.

 

15.05.2014

Waudl gewinnt den Preis „Wer sieht am süßesten aus, wenn er im Auto schläft?“. Kühe latschen durchs Lager und geben Laut. Noch immer weder Hahn noch Huhn greifbar.

Und dann passiert es doch: Walter pieselt Sprit. Also begeben wir uns auf die Suche nach einer Werkstatt – im Stadtplan ist nichts Entsprechendes eingezeichnet. Einen Ort weiter an der Tankstelle hat es sich Walter anders überlegt und tropft nur noch. Nach dem Tanken gibts aber die zweite Überraschung: Wahrscheinlich durch schlechten Sprit springt Norbert nicht mehr an. Wir nehmen ihn also an die Leine, und endlich kommt die Abschleppübung bei 130 auf der Ideallinie. Die Jungs sind einfach Naturtalente, und die Sandmänner überholen wir so locker. Warnblinkanlage machen wir dann auch wieder aus. Dann springt Norbert an, und völlig wild geworden legt Waudl los …

Ab Silvan will der 3er wieder an die Leine. Ausmachen auf dem Burghof für ein Foto und Hühnerfangversuch fand er blöd. 5 km später läuft er wieder, also weiter nach ner Shell oder BP suchen und das Auto nicht mehr ausmachen.

Dann muckt Ottokar, und Uli tauscht mit Jogi das Steuer, Jogi fährt vorsichtig als Schlusslicht. Bei der Einfahrt nach Diyarbakir lässt Ottokar dann mit einem lauten Knall die Hinterachse fallen.

Sofort finden sich hilfsbereite Einheimische, die aus der Schweißerei gegenüber einen Wagenheber besorgen und die Hardyscheibe ausbauen (sieht aus wie ein Nest – Originalzustand nicht mehr erkennbar).

Beim Versuch zu wenden entdecken wir dann eine Shell-Tankstelle und füllen etwas Super (ca. 15 Liter) bei Norbert auf, und auch Walter bekommt einen Schuss Super zum Ausgleich für den schlechten Sprit. Der freundliche Tankwart macht den Motor trotz Ansage, dass er an bleiben muss, aus und grinst fröhlich – nicht lange, weil er dann einen Anschiss kassiert, denn jetzt will Norbert wieder nicht anspringen. Haken und Leine sind ja noch dran, also weiter gehts. Jetzt schafft er es schon nach einem Kilometer allein. Jogi und Christine sind nach der Warterei auf das Ergebnis von „wir wenden und kommen zurück“ doch sehr erleichtert, uns wiederzusehen.

Ein Ersatzteil taucht auf, aber für den Einbau muss Ottokar in die Werkstatt, der Abschleppwagen ist auch schon organisiert. Auf der Bühne macht Ottokar keine gute Figur – an der Achse muss geschweißt werden, und das Ersatzteil passt nicht. Wir lernen, dass unsere Sterneproduzenten Hardyscheiben mit endlos vielen unterschiedlichen Lochkreisen verbauen. Also müssen unsere Werkstattjungs noch mal los. Die neue Scheibe wird handgefräst. Für die Vorlage wollen sie den anderen Benz anheben, aber am anderen Ende von Ottokar werden sie fündig, da gibts noch so n Ding – und das ist baugleich. Sie bauen sie also aus und fahren damit los.

Der Preis steigt von 450 auf ca. 600 TL, und Maren fährt mit Waudl im 3er los, um mehr Cash zu besorgen. Die zwei Bankomaten ums Eck geben keine Kohle raus, und dann passiert es schon wieder: Norbert geht aus. Warum fahren, wenn wir je zwei gesunde Beine haben? Uli wird mit Waudl und Jogi und dem einzig verbliebenen lauffähigen Auto losgeschickt, um eine andere Kreditkarte auszuprobieren und den kleinen Verweigerer einzusammeln.

Jetzt darf Norbert neben Ottokar parken und wird von weiteren Experten inspiziert. Man will ne neue Benzinpume beschaffen, lässt sich dann aber doch davon überzeugen, dass nur ein Relais von der Benzinpumpe kaputt ist. Auch Uli hat kein Geld bekommen. Also trinken wir erst mal nen Tee und vertagen die Geldbeschaffung.

Bei Norbert ist es doch die Pumpe – nach dem Ausbau und beim Strom-Dranlegen passiert nichts. Ne neue muss her – die gibts nicht so schnell, also geht die alte morgen zu BMW in die Reparatur. Gegen 10 Uhr soll sie wieder da und eingebaut sein.

Wir suchen jetzt mit einem Begleiter, der zur Werkstatt gehört, ein Hotel. Der Meister lässt den 3er noch in die Garage schieben, schließt seinen Laden und spielt das Taxi zum Hotel. Den Abholservice bietet er auch noch an, aber den Weg finden wir.

 

14.05.2014

Fröhliche Grüße von Ilicalar nach Friedrichshafen. Jetzt sind wir fast fünftausend Kilometer gefahren und treffen abends beim Schisch-Futtern – den Bruder vom ehemaligen King of Kebab in Mindelheim.

Ab 9 Uhr Frühstück, ab 10 Uhr Baden im Thermal-Hamam, danach gehts los. Die Mädels brauchen erwartungsgemäß länger. Irgendwann kommen sie fröhlich grinsend angewackelt. Die Integration funktioniert perfekt – türkische Mädels im Bad haben die beiden richtig türkisch sauber gemacht: schaummassierend abgeschrubbt, die Haare gewaschen und abgespült. So hatten die Jungs nach dem Baden noch ausreichend Zeit, typisch männliche Dinge zu tun – Flüssigkeiten in den Autos kontrollieren, prüfen, ob der Steinschlag bei Walter Reparatur nötig hat, Facebook checken und die Wagen vorfahren, denn es regnet schon wieder.

Süleyman reizt die perfekte schnurgerade Strecke aus: 230 km/h bei empfohlener Geschwindigkeit von 70 km/h. Eine Panzerbrigade an der Tankstelle schaut irritiert zu. Rechts auf dem Standstreifen überholen und direkt nach links rüberziehen haben wir uns von den Einheimischen abgeschaut. In Van gibts direkt an der Abzweigung Richtung Kalesi (= Burg) eine Migros und somit Großeinkauf. Bei der Burg angekommen, hat noch keiner das OK gesichtet, und ein Gewitter zieht auf. Hier springen dafür viele weiße Katzen herum, die je ein grünes und ein blaues Auge haben. Gänse wollen mit Waudl schnattern, er will sich aber partout keine greifen, damit wir die Aufgabe mit dem Huhn auch abgehakt hätten. Wenn das auffällt, können wir noch immer behaupten, wir hätten den Unterschied nicht gekannt. Die Besichtigung der Burg fällt also aus. Alle Shisha-Zutaten sind an Bord. Also heißt es Walter hinten leerräumen, Shisha aufbauen, alle hinten rein und Zeit verdaddeln. Irgendwann bewegen sich die Teams mit ihren Schuhkartons in Richtung Abgabestelle, wir also auch, und damit ist das Tagessoll erfüllt. Aber die Shisha hat gerade angefangen, zu leben … dann ist es gefühlt zu spät, um eine Unterkunft zu suchen, und es regnet noch immer. Also Gepäckzelt aufs Dach von Walter, alle Sachen aus den Benzen da rein und ab in die Heia. Happy ist darüber, dass wir den Absprung verpasst haben, keiner.

 

13.05.2014

Flo probiert beim Frühstück im Hotel die lokalen Spezialitäten: Keksmuschel aus dem Schwarzen Meer – besteht aus ganz vielen kleinen koscher geschlachteten Kekstierchen. Weil die Keksmuschel im lebenden Zustand den Zucker aus dem Wasser zieht, ist das Meer hier so salzig.

Leider hat unser Gastvater nur ein angebrochenes Paket Reis vorrätig und kann seinen Posten nicht verlassen. Wir besorgen also zwei Pakete à 1 kg, tauschen die gegen zwei Efes und dann zurück gegen zwei flauschige Schlüsselanhänger aus unserem Handtäschchen. Der Tag fängt gut an.

Im Funk haben wir Besuch von Österreichern. Die diskutieren, wo sie ein Huhn kaufen – es scheint länderspezifische Spezialaufgaben zu geben.

Die Sandmänner von Team 34 klären über Funk die Aufgaben für Tokat (nicht zu jedem ist die Zeitplanänderung durchgedrungen). Gas ist noch immer rechts im Fußraum, und die Bremsen hat Süleyman vor dem Start frisch gemacht, also wird als Tagesziel der 1. Platz angegeben.

Das mit dem Huhn scheint eine Kommunikationsaufgabe zu sein – Weitersagen gehört also dazu. Dank White Board kein Problem.

Ein 2.200 m hohes Hügeli ist der erste höhere Punkt auf der Bergstrecke, und Schnee hats auch noch genug, um barfuß und in Flipflops darin herumzurutschen.

Und dann wieder ab ins Tal – Walter verliert an Höhe, ein Steinbrocken auf der Straße explodiert unter ihm, richtet aber keine ad hoc sichtbaren Schäden an. Nur die Entfernung des Auspuffs zum Boden ist nun geringer als beim BMW, und die Jungs hatten Donuts zum zweiten Frühstück. Von hinten ist das Schlackern von Norberts Hinterachse abenteuerlich anzuschauen, und die Besatzung diskutiert ernsthaft, ob das Fahrwerk sich verbessert hat und dass der Reifenabrieb an der Hinterachse dadurch minimal ist.

Jogi verweigert das Ankleben der vom BMW verlorenen Teile bei Walter – „BMW“ heißt schließlich „bei Mercedes weggeschmissen“.

Nie wieder tanken ohne Tanktee. Die zwei abgehängten Sandmänner von Team 34 sind derselben Meinung. Wir geben die Aufgabe mit dem Huhn an drei weitere Teams weiter, die zwei kartenlosen Sandschlümpfe fotografieren Routenbeschreibung und Karte ab, und weiter gehts. Drei Kühe laufen uns in die Ideallinie, werden trotz Platz auf dem Dach („wenn wir eines haben …“), ausreichend Spanngurten und fünf Fleischessern im Team verschont – heute gibts Fleischhuhn für die fünf und Tofuhuhn für Christine.

Jogi findet das Gas nicht, und der Experte für Tiefergelegtes rät zum Fahrerwechsel. Waudl übernimmt Walter, und Jogi bastelt sich hinter das 3er-Lenkrad.

Nach anfänglichen Platzproblemen scheint auch er im Sportsitz angekommen und staubt und moddert auf dem Parkplatz rum.

Manchmal ist selbst Waudl in der Baustelle zum Überholen nicht zu überreden. Auch die Angabe „das ist doch vierspurig“ hilft nicht. Mit dem Hinweis „nee, dreispurig und ist kein Asphalt da“ lässt er sich Zeit.

Coole Idee: Ein aus Holz ausgeschnittener Polizeiwagen, quer zur Fahrbahn aufgestellt, führt zur Reduzierung der Geschwindigkeit von 150 auf 130 und zur Frage nach der empfohlenen Geschwindigkeit. Egal, jetzt wissen wir ja, dass das Attrappen sind, oder?

Hochland (12,5 Grad Celsius auf ca. 2.000 m Höhe), genau die richtige Route ausgewählt – vierspurig, super ausgebaute Straße.

Zwei Ampelstarts, und Jogi ist als 3er-Fahrer akzeptiert. Das ist Antwort genug auf die Frage „Und wie is et? Nie wieder Chrysler?“. Und es gibt nicht mal Punktabzug bei der B-Note: korrekte 3er-Haltung. Waudl und Flo haben das perfekt vermittelt.

Auf dem Parkplatz wird „weggegessen, was weg muss“, und eine Dose einheimische Einhapskrautwickel wird getestet. Und als eine Ameise auf einen Rest von den Dingern zuläuft, kurz anhält und dann umdreht, rechtfertigt das die Frage „Haben wir gerade alle davon gegessen?“. 3 Teams sind in der Pause an uns vorbeigezogen – es ist also wieder was zum Verbeißen vor uns. Auf gehts!

In Toncelli angekommen, verkündet Waudl, dass er kein Huhn suchen und käuflich erwerben will, weil das nur den Rücksitz im schwarzen Loch zuscheißt und wir wahrscheinlich einer Falschmeldung der Österreicher aufgesessen sind.

Also fahren wir weiter – das fröhliche Winken bei der Polizei fällt aus, die haben hier voll vergitterte Militärfahrzeuge und schauen recht grimmig aus. Dann noch einen Straßenpanzer auf der Schnellstraße überholt, und wir fühlen uns willkommen. Waudl meint, die hätten einfach keinen Bock auf nach Hühnern fragende Rallyeteams und hätten deshalb aufgerüstet.

Wir reiten in einen total kitschigen Sonnenuntergang. Wegweiser an der Abzweigung nach Bingöl ist ein freundlicher Mitbürger aus Frankfurt Rödelheim. Seine Auskunft, dass es ca. eine Stunde Fahrt ist, scheint zu stimmen – super ausgebaute orangefarbene Strecke.

9 Grad Celsius, Regen und unter uns die Wolken – um die Berge rumfahren ist doch doof, wir fahren also drüber.

In Bingöl angekommen, erweist sich die Zimmersuche als schwierig. Also erst Essen fassen und dann gestärkt weitersuchen. In der nächsten Fleischbraterei gibts Schisch und Hackspiess und einen deutschsprachigen Wirt, der für Christine einen vegetarischen Teller mit dem, was die Küche hergibt, arrangiert. Am Mitteltisch wird uns Platz gemacht, und zwei weitere Deutsch sprechende Gäste werden zu uns gesetzt: Memo ist Friseur in Konstanz mit deutschen Papieren, sein Cousin Mehmed ist Fleischer hier im Ort und hat früher in der Schanze in Hamburg Dönerspieße gemacht. Beide wollen helfen, ein Hotel für uns zu finden. Das ist in Bingöl erfolglos. Ein Anruf in der 20 km entfernten Therme Ilicalar ergibt 3 freie Zimmer mit Schwimmen und Frühstück … Die werden für uns reserviert, und die Jungs fahren voraus, damit wir uns nicht verfahren.

 

12.05.2014

Führungswechsel beim Aufstehen – Maren verpennt und muss wachgeklopft werden. Flo und Waudl mussten gestern von Mami Christine ermahnt werden, den Facebook-Verkehr einzustellen und in den Schlafmodus zu wechseln – Jugendliche im Wachstum brauchen neben ausreichend Futter und was zum Spielen auch viel Schlaf. Der Lohn für Christines Bemühen: abruptes Schauschnarchen von Waudl – trotz getrennter Zimmer gut wahrnehmbar.

Bei der Ausfahrt aus der Stadt erreicht uns die Nachricht, dass der Schaden an einem Audi der Camelraiders mindestens Wasserpumpe und Zahnriemen, vielleicht auch den Motor betrifft, und wir kehren um. Nach 20 Minuten Besichtigung der Automobile haben wir die Jungs und noch ein weiteres Team gefunden. Jogi und Waudl inspizieren den Audi, Maren übt Schattenparken und Zur-Toilette-Durchfragen, Christine gibt Roadbook-Unterstützung, Uli und Flo passen auf. Die Camelraiders geben den Audi nicht auf, lassen ihn reparieren und canceln die Strecke über Van. Wir nehmen ihr Musikinstrument für ein Foto mit und verabschieden uns bis zum Wiedersehen in Iskenderun.
Nach ca. 2 Stunden gehts dann los.

Uli bekommt von Waudl als Beifahrer eine Einweisung in richtiges Driften mit Automatikkombi. Christine fährt den BMW auf der Bergstrecke Probe und wird per Funk von Waudl über die Position des Gaspedals belehrt – türkisches Mültütasking.
Das Kolonnefahren mit Uli und Waudl im Führungsbenz wird immer besser. Für die Ideallinie ohne Sicht wird der Gegenverkehr ordentlich angesagt. Angaben wie „jetzt nicht rechts abbiegen, da gehts 400 m runter“ helfen auch ungemein bei gleichzeitigem weiteren Anzug des Tempos.

Die Jungs an der Tankstelle fordern einen richtigen Start, aber Walter will auch auf Sand partout nicht die Räder durchdrehen, Ottokar verweigert den sportlichen Start, und wieder muss es unser Türken-3er rausreißen – klappt wunderbar.
Bergab gibts kein Halten mehr – egal, ob die Wasserstandsanzeige bei Ottokar muckst, Walters Bremse stinkt oder der 3er Rostplacken absondert: Es geht Richtung Wasser, und da wollen alle heute noch reinspringen.

Gemaule: Das sieht aber kalt aus, Hinweise auf die Außentemperatur von 18,5 Grad Celsius und die Vorgabe der Wassermindesttemperatur von 30 Grad Celsius lassen den Verdacht aufkommen, dass das Reinspringen heute doch ausfällt – es gibt an der Strecke auch keinen, der das vormacht. Gerader Weg nach Ordu – Attacke!

Hupen ist ja so was von out – Walter dröhnt voran, und wenn der Tunnel Fliesen hätte, würden die abfallen. Nach dem Tunnel die Frage: Wird er lauter? Es geht besser: Abschleppen mit über 100 (die Geschwindigkeitsempfehlung lag bei 80), und wir nennen uns Rallye …
Bei den Rennlastern auf der Strecke schreiben sie die Geschwindigkeiten gar nicht mehr drauf, weil die Schilder mit „für jeden Sitz“ ausgegangen sind.

Wider Erwarten liegt das Kültürzentrum am Wasser. Bei 18 Grad Celsius geht der Trend der Nö Wörries zur Badejacke und nicht zur Badehose.
Bei der Ankunft in Ordu werden wir ausgewählt, um mit dem Herrn Bürgermeister eine Runde durch den Ort zu drehen.

Hotel gefunden, Preis verhandelt, mit Instrument der Camelraiders zum Kültürzentrum gewatschelt, die Lokalität besichtigt – und das entsprechend der Aufgabe im Roadbook bis pünktlich 20 Uhr. Kein OK gesichtet, Saal fast leer – und das alles ohne Mittag- und Abendessen. Wir verlassen nach 15 Minuten den künftigen Schauplatz und spazieren am Wasser entlang Richtung Stadt auf der Suche nach etwas Essbarem. Das Kinderschifferklavier der Camelraiders nehmen wir wieder mit. Im Lokal an der Hauptstraße wird Livemusik geboten – als Ersatzkültür okay.

Wir kommen rechtzeitig zur Abgabe des Instruments an das OK zurück ins Kültürzentrum.

Im Hotel gibts dann das verdiente Feierabendbier, W-LAN-Zugang und Christines erste selbstgebaute Shisha – Anleitung gibts von Waudl und eine Empfehlung vom netten Serviceschlumpf: Eis machts intensiver. Flo als (seit gestern) alter Hase in Sachen Rauchen hats vorher gewusst und gibt die Erklärung noch dazu: Kalter Rauch schmeckt besser als warmer.

 

11.05.2014

Waschen fällt aus. Die Toiletten sind so besch…, dass jeder überlegt, ob er nicht noch aushalten kann. Um Mitternacht gibts ein Ständchen für unsere zwei Geburtstagskönige Uli und Flo, nach einer kurzen Nacht ein schnelles Röllchenfrühstück, Packen und ab zur nächsten Tankstelle. Die machen mit der Rallye wahrscheinlich das Geschäft ihres Lebens.

Dem Roadbook folgend, besichtigen wir Tokat. Die Toiletten im Museum sind dazu noch gut für eine Katzenwäsche. Wieder was gelernt: Geh nie ohne deinen Waschlappen ins Museum!

Bis 12 Uhr bleibt noch Zeit für Tee und den geheimen käuflichen Erwerb einer Geburtstagstorte. Die Camelraiders übernehmen den Transport der kleinen Überraschung.

Bei Rückkehr auf den Park- und offiziellen Startplatz kann sich Walter mit Jogi und Maren vorn anstellen – also Pole-Position für den offiziellen Start in Tokat. Der Bürgermeister setzt auf den benachbarten BMW und schickt doch glatt ein paar Leute, die dem Jogi in der Bahn herumspringen. Wir werden also noch mehr Lobbyarbeit betreiben – zwei riesige Aufkleber auf der Windschutzscheibe haben fürs Einschleimen nicht ausgereicht.

Die Strecke ist super, insbesondere für unsere türkischen Driftmeister. Das Wetter präpariert die Piste – von Sonne bis Gewitter (okay, Schnee fehlt), von Staub bis Schlamm ist beim Geburtstageschenk alles dabei.

Obwohl die Camelraiders wahrscheinlich gesitteter über die Strecke gehen als unser geburtstagskindgeführtes Heizerteam, wird das tortige Himmelsgütscherli zum Driftkäfer. Zur Strafe müssen sie beim Aufessen in Ortaköy mithelfen.

Wahnsinn, was die Dörfer Ortaköy und Yozgat, durch die uns die Chinesenrallye führt, alles vorbereitet haben: handgemachte Musik, folkloristischer Tanz der unverheirateten Mädchen, Gözleme (Fladen, gefüllt mit Käse oder Spinat) und Çay. Die Offiziellen begrüßen uns und stellen ihre Region vor, und wir lernen, dass der größte Canyon Europas in Ortaköy liegt – und wir dachten, wir würden Asien besichtigen.
Die Polizei schaut nicht auf die Einhaltung der Verkehrsregeln, sondern weist den Weg und winkt freundlich (nach einem 50er-Schild mit über 100 an der Polizei vorbei – ein Traum, der wahr wird). Wir driften und futtern uns von Ort zu Ort im Bienchenzickzackkurs. Hätten wir Street-View-Equipment dabei, wäre nach den Chinesenrallyes ein großer Teil des Landes kartografisch erfasst, inklusive Markierung der Ideallinie. Bremsen und Reifen rauchen und stinken. In Tokat angekommen, hat keiner mehr Lust auf die Aufgaben, und essen wollen wir nie wieder. Das brave Team aber erledigt seine Aufgaben, und hinterher gibts doch noch Fleisch für die Jungs und Käselahmacun für Christine. Das Lokal liegt direkt an einem der Rallye-Parkplätze und ist ausschließlich mit Rallyeteams besetzt.

Die Verhandlungen im Otel Bayan ergeben zwei Doppel- und zwei Einzelzimmer zu 160 TL plus 50 fürs Frühstück. Ruhiger Schlaf und entspannter Start in den Tag sollten also funktionieren.

Eine Geburtstagsbierverkostung auf dem Flo-Waudl-Zimmer, einen Raki für den gesunden Schlaf und dann knapp nach Mitternacht ab in die Betten – Geburtstag alle.

Nachtrag: Flos Arzt empfiehlt ihm eine abwechslungsreichere Ernährung.

 

10.05.2014

Etwas vorgemuckt bei der Chinesenrallye, um den Ansturm zu vermeiden. Wie es aussah, waren wir nicht die Einzigen: Was ueberall knarzt und knaerzt …

09.05.14

Um 6:30 Uhr ist die Nacht vorbei: Wir sind die Ersten, die wach sind, und nutzen die Regenpause zum Zusammenpacken unserer Sachen. Die Hälfte von uns setzt sich hinters Steuer, die anderen drei spielen den Einweiser, um unsere Karren heil von der wilden Übernachtungsbuckelpiste herunterzubringen.

Wir verfahren uns aber erst einmal gute 40 km, kommen – dann endlich in die richtige Richtung – fast wieder bei der Begegnungsstaette vorbei. Aber immerhin haben wir getankt …
Anschließend gehts gut voran, wir bekommen an einer Tankstelle einen Tipp für ein gutes Restaurant, das sich dann auch als ein solches herausstellt. Es lohnt sich also, immer die Augen offen zu halten 😉

Gegen späten Nachmittag kommen wir in Ankara an, finden erstaunlicherweise auch gleich den Weg zum Hippodrom, doch eigenartigerweise sehen wir nur ein weiteres Team dort. Nach langem Hin und Her stellen wir fest, dass das Übernachtungscamp kurzfristig geändert wurde. Wir machen uns also auf die Suche nach dem Hotel Olympic am anderen Ende der Stadt, einem – positiv ausgedrückt – etwas abgewohnten 4-Sterne-Hotel, das so auch in Russland vor 20 Jahre hätte stehen können. Der Preis liegt zwar über unserem Budget, aber nachdem wir aufgrund des Campens in der Nacht davor nichts ausgegeben haben, checken wir (sowie fast alle anderen Teams) ein.
Zuvor machen wir noch einen kurzen Stopp bei der türkischen Migros und decken uns für die kommenden Tage mit einigen Leckereien ein. (Die Ironie an der türkischen Migros: Sie scheint der einzige Supermarkt in der Türkei zu sein, wo man Alkohol bekommt. Wenn das der gute Herr Duttweiler wüsste …)
Die Betten im Hotel sind zwar nicht gerade die bequemsten (O-Ton Flo: „Das ist das unbequemste Bett, in dem ich je geschlafen hab!“), aber immerhin ist das Frühstück ganz lecker und die Sessel im Frühstücksraum so bequem, dass wir sie am liebsten mitgenommen haetten – außer natuerlich Flo und Waudl, die ihre BMW-Sitze wohl in Amman ausbauen und noch als Sportgepäck mit zurück nach Deutschland nehmen werden.

 

08.05.2014

Campen vor der Blauen Moschee gehört dazu, schlaucht aber richtig. Schon beim Ins-Zelt-Kriechen stellen Uli und Christine fest, dass der Nachbar intensiv am Bäumefällen ist. Und nach Einsetzen der Gewöhnung an das Geräusch fangen die Hunde an. Die sind dann am nächsten Morgen von der Nacht so müde wie Uli und Christine. Während wir die Blaue Moschee besichtigen, pennen sie in den Rabatten.
Wir erledigen unsere Hausaufgaben – Postkarte basteln, schreiben, absenden und Trinkspruch zum Allgäubier abgeben – mithilfe der Camelraiders (Briefmarken und Klebunterstützung von Reto).

Etwas Kültür gönnen wir uns noch trotz Müdigkeit – die Basilika-Zisterne und wie schon geschrieben die Sultan-Ahmed-Moschee.

Update:
Immer mehr wird klar, dass Geschwindigkeitsbegrenzungsschilder nur empfehlenden Charakter haben – wir legen das schon immer als pro Insasse geltend aus, aber es gibt immer jemanden, der noch schneller ist und uns rechts oder links überholt. Die Regel „überall, wo Teer ist, kann überholt werden“ scheint uneingeschränkt zu gelten.
So lösen Ampelstarts aller drei Kisten nebeneinander keine Verwunderung bei anderen Autofahrern aus.

Das Einweisen zum Rallyepark in Sancaktepe an der sich im Bau befindlichen Jugendbegegnungsstätte funktioniert einwandfrei – an jeder Kreuzung stehen unsere türkischen Freunde und Helfer und weisen die Teams ein. Die Camelraiders haben Pech – erwischen mit noch drei weiteren Teams die dritte Fähre, aber die Einweiser haben schon Schluss, als die Fähre am asiatischen Teil von Istanbul einläuft.

Am Ende kommen sie aber doch noch heil bei uns an, und nachdem sich zu dem bissigen Wind auch noch Regen mischt, verkriechen wir uns zu zehnt (!) in Walter – zusammen mit unserer Shisha. So wird aus einem aufgrund der Location und Witterung anfänglich etwas enttäuschenden Start in den Abend eine der bisher lustigsten Nächte der Rallye.

 

07.05.2014

6:30 Uhr wecken, klappt gut – keine Nachwirkungen des feuchtfröhlichen Abends, muss also gut gewesen sein, das Zeug. Der Stoffhändler (für Autositzbezüge) bringt, wie versprochen, Reis vorbei und lädt uns auf einen Kaffee ein. Also gibts keine Thermobecherfüllung, sondern einen gesitteten griechischen Kaffee und Blätterteigröllchen. Macht unser Gastgeber jeden Morgen so – und wirkt tiefenentspannt. Er ist Mazedonier, der nach dem Krieg wie viele Griechen zurück nach Griechenland gegangen ist und mit ca. 2.000 anderen das Dorf gegründet hat. Er hat in Deutschland in der Nähe von Stuttgart gearbeitet und in der A-Jugend Fußball gespielt.
Beinahe wären wir abgefahren, ohne das Hotel zu zahlen. Da der Herbergsvater aber in demselben Café sein morgendliches Getränk zu sich nimmt, ist es zwar peinlich, wir riskieren aber keine Verhaftung wegen Zechprellerei. 🙂

Völkerverständigung

Bis zur türkischen Grenze zickt dann Ottokars Temperaturanzeige noch ein wenig, aber ansonsten bleibt alles ohne weitere Vorkommnisse. An der griechisch-türkischen Grenze fällt sofort die Militärpräsenz auf, und der erste Grenzer lässt uns diverse Kartons öffnen, winkt uns jedoch schlussendlich doch durch. Bis Istanbul ist dann Vollgas angesagt, aber wir fahren fatalerweise an einem Kreisverkehr falsch und werden bis zum Ziel doch noch vom Vogtland-Orient-Express geschlagen. In Istanbul dann müssen wir diverse Roadbook-Aufgaben lösen und fahren mit der U-Bahn kurz auf den asiatischen Teil. Danach ist Fachsimpeln mit anderen Teams angesagt, und wir lassen den Abend in der Shisha-Bar ausklingen, inklusive Derwisch und türkischen Mädels in Partystimmung.

In Istanbul ... aber wo?

 

06.05.2014

Um 6:00 Uhr ist Wecken angesagt, und wir wagen einen ersten Versuch, ohne Hilfe aus Ohrid herauszufinden. Hat nicht funktioniert. Also fahren wir zur nächsten Tankstelle und lassen uns auf dem Ortsplan, den wir anschließend käuflich erwerben, den Weg zeigen – kostet uns inkl. erstem Heißgetränk des Tages insgesamt 15 Euro.

Nach endlosem Gegurke auf der Halbinsel Halkediki haben wir endlich wieder die Schnellstraße gefunden und sind zur Belohnung an den Strand abgebogen. Wir gönnen uns unser erstes einfaches, aber leckeres Essen mit Meeresrauschen und griechischem Pragmatismus in Bezug auf Geschirr, das Lust auf das Abendessen in Griechenland macht. Also Attacke – knapp vor der griechisch-türkischen Grenze ist Tagesetappenziel. Danach ist Entspannen bei allem, was die Karte hergibt, angesagt … rechts das Meer und links der Berg, das kann noch ein Weilchen so weitergehen.

Die Aussicht auf Übernachtung in Betten und heiße Duschen lassen die Autonacht vergessen. Das Hotel ist noch in der Saisonvorbereitung und liegt deshalb im Zielpreis. Die ersten Schätze aus dem Handtäschchen können wir gegen Reis tauschen: mit dem Hotelbesitzer, einem Freund, der auf einen Schwatz vor dem Hotel anhält, und dem Wirt vom Alexis (der gibt uns dazu noch ein weiteres Tauschobjekt mit). Die Männer vom Nachbartisch haben wie wir Spaß mit dem Geduldsspiel, einem Schatz aus dem Täschchen, das wir aufgrund des Völkerverständigungspotenzials bis zum Schluss behalten werden. Der örtliche Fischer schafft die Entschlüsselung trotz Ablenkung, Uli hats ebenfalls drauf und muss ab sofort den Vormacher mimen.
Wir kommen mit den Nachbartischherren mehr und mehr ins Gespräch, und ehe wir uns versehen, steht eine große Portion Fisch auf unserem Tisch, obwohl wir uns gerade erst die Mägen vollgeschlagen haben. Und da Fisch offenbar auch in Griechenland schwimmen muss, sind unsere Gläser sofort mit Zipero (Ouzo Marke Eigenbau) gefüllt.
So spazieren wir dann leicht torkelnd wieder zurück in unser Hotel.

 

05.05.14

Es ist Waschtag – in der Altstadt von Dubrovnik werden wir mit Schiesser-Feinripp in XL auf der Leine begrüßt und besichtigen beim Rundgang um die Altstadt auf der Mauer auch alle Kategorien von Wäsche.
Als Belohnung für die Krakselei gibts sowohl leckeres als auch mengenmäßig angemessenes Eis und Wi-Fi. Danach wirds anstrengend – wir hangeln uns von Dorf zu Dorf und machen in Bezug aufs Ziel kaum Strecke. Albanien schaffen wir irgendwann nachts zu durchqueren, aber um 2 Uhr hat in Ohrid (Mazedonien) keine Pension mehr geöffnet – wir übernachten also auf dem örtlichen Sportfeld im Auto. Bei 8 Grad Celsius und Übermüdung nicht wirklich spaßig.

 

04.05.2014

Unruhige Nacht: Christine hat fast kein Auge zugetan, und Jogi hat es auch erwischt. Irgendwas war mit dem letzten Stück Pizza nicht in Ordnung. Aber trotzdem sind alle tapfer früh aufgestanden, und um 8 Uhr gehts los. Die Strecke ist genial, und die Motorradfahrer unter uns sind fast schon traurig, auf vier Rädern unterwegs zu sein.
Nach vier Stunden Küstenstraße in Kroatien biegen wir dann aufgrund des nicht allzu tollen Wetters doch auf ne Abkürzung ins Landesinnere ab.

 

03.05.2014, Tag X

Umräumen Teil 2 und Aufregung bei den Camelraiders wegen leergelutschter Batterie (Kühlbox und sonstige technische „Details“ …)
Nach einem gefühlt langen Warten auf den Start mit heiterem Motorenwarmlaufenlassen starten die No Worries um 10:16 Uhr.
Gleich am Anfang erweist sich Norbert als zickig und will nicht ohne Qualm und Gedröhne auf die Rampe. Gleich dahinter bekommt er zwei Balken aufs Dach, und so geerdet gehts auf mit dem ersten Etappenziel Istanbul.
Dann läuft es wie geschmiert, und wir erreichen Italien früher als geplant, Ottokar verliert kaum noch Wasser, Walter kann auch sein Öl bei sich behalten, und Norbert darf Driften üben im Kreisverkehr – schwache Federbeine und leichtes Geschlacker auf der Hinterachse werden ignoriert.
Verhandlungen mit der ortsansässigen Eisdiele scheitern, der Zeltplatz hat dann noch eine Gemeinschaftshütte für uns frei, und die liegt nicht nur im Preis, wir können sogar noch 5 Euro runterhandeln.

 

02.05.2014, Tag X-1

Vorstartrallyeaufgaben sind zu bewältigen: Reifenwechsel bei Ottokar (dank Autotuning … bis 12 Uhr erledigt), Packen der Autos und Jogispezial: Wohnung übergabefertig machen – meisterhaft ausgeführt mit Spachtel und Pinsel zum Schöntupfen.
Abfahrt nach Oberstaufen um ca. 14 Uhr mit kleinem Umweg über Österreich zum Biershopping und Kolonnefahrenüben.
Einchecken im Hotel in Oberstaufen und Aufstellen auf dem Parkplatz des Kurhauses sowie großes Umräumen im Regen.
Team-Essen im Kurhaus, dann Sehen und Gesehenwerden auf der Vorstartparty.

 

01.05.2014. Tag X-2

Abschiedsapéro mit den Camelraiders.
Klamotten- und Brillenprobe – die Schätze, die uns einSTOFFen überlassen hat, werden aufgeteilt.

 

29.04.2014, Storm&Anchor

Das Wichtigste hätten wir schon mal an Bord – dank Tom und Fränzi von Storm&Anchor werden wir unterwegs nicht verdursten 🙂 // Thanks to Tom and Fränzi we won’t get thirsty on our way to Amman 🙂

bier

 

27.04.2014, Indiegogo

Die 1000 sind geknackt \o/ // We hit the 1000 \o/
http://igg.me/at/aor2014/x

 

15.04.2014, Routenänderung // Changing of the route

Zypern ist gestrichen – gestern kam die Mail vom OK. Grund: »Die veränderte Situation nach den Wahlen in der Türkei und auf Nord-Zypern«. Stattdessen gehts zum Vansee. Mal sehen, ob sich Van Canavarı, das darin lebende Seeungeheuer, sehen lässt 🙂 //
Cyprus is cancelled – yesterday we got the e-mail from the rally committee. The reason: »Changed situation after the election in Turkey and Northern Cyprus«. Instead we’re visiting the Lake Van. Let’s see if we’re gonna see Van Canavarı, one of Nessie’s relatives 🙂

 

13.04.2014, 120 neue Mitfahrer // 120 new passengers

120 dieser lustigen Tigerentchen werden uns auf unserer Reise begleiten, sozusagen eine Tigerente pro Plüschtier – so können wir nun doppelt so vielen Kindern eine Freude machen 🙂 //
120 of those funny tiger ducks will accompany us on our trip, that’s one tiger duck per stuffed animal – so we can make twice as many children happy 🙂

entchen

 

04.04.2014, Bitcoin-Spenden // Bitcoin donations

Wer möchte kann uns auch gerne via BTC-Spenden unterstützen! //
You can now also donate via BTC!

1AoR14bTcqjUVzYQUxwqBqFctUKQ9bR4w

Bitcoin Wallet Adresse: 1AoR14bTcqjUVzYQUxwqBqFctUKQ9bR4w

 

02.04.2014, Indiegogo!

Wir wollen während unseres Abenteuers so viel Hilfe leisten wie nur möglich. Daher haben wir eine Indiegogo-Kampagne ins Leben gerufen. Unter http://igg.me/at/aor2014/x/6818409 gibts alle Infos – wir freuen uns über jeden Cent und versprechen, dass dieser genau dort ankommt, wo er gebraucht wird. //
During our adventure we want to help as much as possible. Therefore we started a Indiegogo campaign. Via http://igg.me/at/aor2014/x/6818409 you get all the information – and we promise that every cent gets where it’s needed.

kampagne-banner

 

22./23.03.2014, Teammeeting mit den Raiders of the lost Camel // Team meeting with the Raider of the lost Camel

Mal wieder ein Meeting mit unseren Freunden von den Camelraiders. Das Ergebnis: Wir wollen noch mehr Gutes tun, als das OK der Allgäu-Orient-Rallye eh schon geplant hat. Was, das erfahrt Ihr bald hier, seid gespannt! //
Another meeting with our friends from the Camelraiders. The result: We want to do more than supporting the official charity projects of the rally.

 

16.03.2014, Teampräsentationen in Steibis // Team presentaion in Steibis

Zusammen mit den Raiders of the Lost Camel lauschten wir den teils äußerst lustigen Präsentationen der anderen Teams. Eine sehr lustige Truppe hat sich da zusammengefunden. Besonders beeindruckt waren wir von dem Team, das bereits zum zweiten Mal neben den Fahrern auch Menschen mit geistiger Behinderung mitnimmt – was für eine tolle Idee! //
Together with the Raiders of the Lost Camel we attended the partly really funny presentations of the other rally teams. It looks like we’ll have a lot of fun on the road. Especially impressive was the presentation of a team that takes – already for the second time – mentally handicapped persons with them. What an awesome idea!

 

16.03.2014, Teamzusammenführung // Team get-together

Endlich sind wir komplett – hier das Gruppenbild der „No Worries“. Das Abenteuer kann beginnen 🙂 //
We’re finally complete – here comes the photo of the „No Worries“. The adventure can begin 🙂

IMG_20140315_163401

 

11.03.2014, Visitenkarten // Business cards

Unsere Visitenkarten sind da! In 250-facher Ausführung und wunderhübsch – danke noch einmal herzlich an das Team von Imagegroup 24! //
We got our business cards! 250 pieces, and they look amazin – thanks again to the team from Imagegroup 24!

 

07.03.2014, Benz Nummer 2 // Mercedes Benz No. 2

Und auch Rallyewagen Nummer 3 ist ein Benz, ein dunkelblauer für unsere beiden Friesen. //
And also rally car number 3 is a Mercedes Benz, a dark blue one for our two members from the North.

 

27.02.2014, Benz // Mercedes Benz

Hurra, wir haben unser zweites Rallyeauto, einen braunen Benz \o/ (die 193 PS klingen schon mal gut ;)) //
Yay, we have our second rally car, a brown Mercedes Benz \o/ (and the 193 HP sound pretty good ;))

 

22.02.2014, Pizza und Planung // Pizza and planning

Bei Pizza, Bier und Panache wurde heute Kriegsrat gehalten – ab Montag gehts auf Werbungsjagd 🙂
Meeting with pizza, beer and panache – on Monday the advertisement hunting will start 🙂

 

20.02.2014, Visitenkarten // Business cards

Flyerfreak (gehört zu Imagegroup24) sponsert uns die fünffache Stückzahl an Visitenkarten, die wir angefragt haben. Einfach so. Wir sind begeistert, danke!! //
Flyerfreak (belongs to Imagegroup24) will support us with 250 business cards. Awesome!

 

17.02.2014, Sponsoring // Sponsoring

Und schon haben wir die erste Werbung am Auto verkauft: Das »Frankenmobil« von Uli und Christine wird stilecht mit Frankenwerbung fahren – von der Firma NUREG. Besten Dank für das Interesse an unserem Abenteuer und die Unterstützung! //
We sold the first advertisement on our cars: The »Frankenmobil« from Uli and Christine will be decorated with ads from the company NUREG. Thanks a lot for the support!

 

17.02.2014, CNN-Video // CNN video

Selbst vom türkischen CNN-Ableger gibts einen fast einstündigen Bericht über die Rallye. Hier könnt Ihr ihn Euch ansehen. //
Watch the 1 hour clip about the rally from the Turkish CNN here.

 

15.02.2014, Marketing-Meeting // Marketing meeting

Nachdem wir mit dem Team der »Raiders of the lost Camel« eh bereits gut befreundet sind und sich ein Großteil unserer Route überschneidet, haben wir uns entschieden, in Sachen Markting zusammenzuarbeiten. Unser erstes Marketing-Treffen verlief äußerst erfolgreich, und wir werden bald von unseren ersten Ideen berichten. //

As we’re already good friends with the »Raiders of the lost Camel« we decided to plan and do our marketing activities together.

 

05.02.2014, Plüschtiere // Stuffed animals

Wow, bereits 100 Kuscheltiere haben sich bei uns eingefunden, um in nur drei Monaten am anderen Ende Europas viele Kinderherzen zu erfreuen. Wir sind begeistert! //
Wow, we already have 100 stuffed animals!

 

21.01.2014, Visitenkarten // Business cards

Soeben haben wir die Zusage von Flyerfreak erhalten, dass sie uns gratis mit Visitenkarten ausstatten werden. Ob das am heutigen Weltknuddeltag liegt? 😉 //
We just got the info that Flyerfreak will support us with business cards, yay!

 

21.01.2014, Teddy und Co. // Teddy and Co.

Unglaubliche 100 Plüschtiere haben wir bereits gesammelt – wir könnens kaum glauben 🙂 //
Yay, we have collected already 100 stuffed animals!

 

07.01.2014, Facebook // Facebook

Wir haben endlich eine Facebook-Fanseite – und schon die ersten Fans. Alle Infos und neue Bilder gibts nun auch unter https://www.facebook.com/noworriesAOR2014. //
From now on we also have a Facebook fan-page: https://www.facebook.com/noworriesAOR2014

 

07.01.2014, Plüschtieraktion // Project »stuffed animals«

Hurra, die ersten Plüschtiere sind eingetroffen! Unsere Charity-Aktion begeistert nicht nur uns, und so haben wir bereits zwei große Beutel mit Teddybären und Co., die schon ganz neugierig sind auf all die Waisenkinder, bei denen sie ab Mai wohnen werden. //
The first stuffed animals have already arrived. We will collect them for one of our charity projects, and take them along with us to donate them to poor children and orphans at the other end of Europe and in the Middle East.

 

12.12.2013, Logo // Logo

Wir haben uns entschieden: Einer der drei Entwürfe von Kathrin und Lena soll es werden und uns auf unserem Weg nach Jordanien begleiten. //
We made a decision: One of the three drafts from Kathrin and Lena will accompany us on our way to Jordan.

 

30.10.2013, Korner Zürich // Korner, Zurich

Uli und Christine stoßen zu uns. Das Fahrerteam ist komplett – eine ausgewogene Mischung: drei handwerklich Begabte und drei Schreibtischtäter. Drei vom Zürisee, zwei aus Süddeutschland und ein Jung vom Deich; drei Wiederholungstäter und drei Frischlinge sind die Fahrer der No Worries. Die Rollen im Team werden jetzt verteilt, und die Vorbereitungen starten. //
We’re complete! Uli and Christine are joining our mixed team. So we’re now three from the Lake Zurich, two from Southern Germany, and one guy from the North. The preparations can start.

 

19.10.2013, Festhalle Oberstaufen-Steibis

Auf dem Kennenlerntreffen gibts erste Kontakte zu anderen Teams und zum OK. Pläne für ein Fondueessen in der Wüste (sponsored by the Raiders of the lost Camel) werden geschmiedet. Nachhilfe von Steven in Webdesign schlägt hoffentlich an. //
Meeting the other teams and first contacts. Plans for a fondue in the desert (sponsored by the Raiders of the lost Camel). And special lessons in web design by Steven, let’s hope it’ll help …

 

05.09.2013, Habt Ihr noch ein Plätzchen frei? // Do you have space?

Freundliche Übernahme der Startnummer 31 – Team No Worries hat geklappt. //
We got team number 31 – Team No Worries, here we come.

 

04.09.2013, Kommst Du mit nach Jordanien? // Do you wanna come with us to Jordan?

Jogi, Waudl und Florian wollen mit nach Jordanien. //
Jogi, Waudl and Florian want to go to Jordan.

 

31.08.2013, Leuchtturmparty // Lighthouse party

Wiedersehen mit den Entenmädels, Sigi, Det und Jogi und die Nachrichten von der Rallye 2013 machen Lust aufs Mitfahren 2014. //
Meeting the »Entenmädels«, Sigi, Det and Jogi again, and the news about the rally 2013 make us want to do the rally 2014.

5 Kommentare zu “No Worries

  1. Georg Sp.

    Hallo Uli, herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, ihr seit ja schon ganz schön weit gekommen. Wir wünschen euch allzeit gute Fahrt bis zum Ziel und kommt gut und Gesund wieder nach Hause. In Scheßlitz ist heute großes Feuerwehr-Fest (150 J.) bei regnerischen und kalten Wetter. mfG.

    Antwort
  2. Wuli

    Hi Didi, und alle anderen genial Verrückten… geil, ich habe schon seit Jahren von dieser Rallye gelesen und wollte immer mal mit. Das ging leider nicht qua meines Jobs. Ich dachte immer nur ich bin verrückt mit solchen Freakaktionen wie http://www.braveheartbattle.de/ Aber ihr seid noch härter und nachhaltiger ;-. Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich meinen treuen Golf III (mit Dachgepäckständer 😉 an Euch verschenkt, statt zu verkaufen. Der Wagen hatte genau das erlaubte Alter für die Fahrt. Nun ist es zu spät. Ich werde regelmäßig reinsehen in eure News. Viel Glück (vor allem mehr Fährglück, als letztes Jahr) und vor allem viel Spaß. Haut rein!, Wuli

    Antwort
    • Christine Gutgesell

      Der Wuli! 🙂

      Danke Dir für Deinen Kommentar – soooo verrückt wars im Nachhinein gar nicht, sondern einfach nur absolut geil 🙂 Sobald sich Dir mal die Möglichkeit bietet: auf alle Fälle mitfahren!!
      (Und danke fürs Angebot mit Deinem 3er-Golf – ich befürchte nur, da hätte unser ganzes Kladderadatsch nicht reingepasst ;))

      Antwort
  3. petereit,uwe

    Einen dame von euch hatte mich am Präsentation während in steibis wegen Gewürz Gurken angesprochen zur Komplettierung eines käsefondues in der wüste ,bleibt es dabei und an was für eine Menge hattet ihr gedacht
    Bis bald lang ist es ja nicht bis zum Start
    Gruß uwe

    Antwort

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